por ANTÔNIO INÁCIO ANDRIOLI 

Professor do Mestrado em Educação nas Ciências da UNIJUÍ - RS. Doutor em Ciências Econômicas e Sociais pela Universidade de Osnabrück – Alemanha

 

Perspektiven der Agrarökologie in der südbrasilianischen kleinbäuerlichen Sojaproduktion

 

Der Text beschäftigt sich mit den sozialen Problemen der Familienlandwirtschaft in Bezug auf die Einführung „moderner“ Technologien innerhalb der Sojaproduktion im nordwestlichen Grenzgebiet des Bundesstaates Rio Grande do Sul/Brasilien. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Produktionskosten der Landwirtschaft, als entscheidender Faktor der Verarmung, Verschuldung und Untergang landwirtschaftlicher Familienbetriebe. Der Zusammenhang zwischen der Technologie und den Produktionskosten dient als roter Faden, damit die Entwicklung der konventionellen Sojaproduktion in der Region, deren Auswirkungen auf die soziale Problematik der Bauern und eine Widerstandsperspektive der Familienlandwirtschaft besser zu verstehen sind.

1. Die Einführung der Sojaproduktion spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Region und bezog sich auf Interessen multinationaler Konzerne, die am meisten davon profitieren.

Die Grundlage der Wirtschaft der Region ist die Familienlandwirtschaft. Nach Angaben des IBGE - Brasilianisches Institut für Geographie und Statistik -  besitzen in diesem Gebiet 95,85% der landwirtschaftlichen Betriebe weniger als 50 ha[1].  Mit der Einführung der Sojaproduktion in den 50er Jahren, wurde eine industrielle und kommerzielle Struktur entwickelt, die auf Produktion und Export von Soja basierte und die Situation der ganzen Region umwandelte. Die Anbieter von landwirtschaftlichen Ausrüstungen und Maschinen, die Hersteller von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln, die Lagerungs- und Dienstleistungsbetriebe und alle anderen Geschäfte, die von der Sojaproduktion abhängen, sind verantwortlich für den größten Teil des Bruttosozialproduktes in dieser Region. Daher wurde die Region als „Sojagebiet“ bekannt und die Stadt Santa Rosa, die das städtisches Zentrum der Region wurde[2], als brasilianische „Hauptstadt der Soja“ bezeichnet.

Heutzutage ist die Sojaproduktion noch so stark, dass sie allein 55% der gesamten regionalen landwirtschaftlichen Produktion ausmacht[3]. Aber obwohl die Struktur der Sojaproduktion einen wirtschaftlichen Fortschritt der Region förderte, viele Arbeitsplätze schuf und öffentliche Dienstleistungen durch ein höheres mehr Steueraufkommen ermöglichte, profitieren davon hauptsächlich große multinationale Konzerne, die für die Sojaausfuhr und für die Versorgung technologischer landwirtschaftlicher Produktionsmittel zuständig sind.

Wie Kageyama und Silva (1988) zeigen, hat die Industrie von Traktoren, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln zwischen 1970 und 1980 – Höhepunkt der „Modernisierung der Landwirtschaft“ – so zugenommen,  dass sie die beste Leistung der brasilianischen Industrie erreichte und von 9,3% auf 12,7% des gesamten agroindustriellen Komplexes anstieg[4].

Die neuen Technologien, die durch die „Modernisierung“ der Landwirtschaft eingesetzt wurden, führten zur Steigerung der Produktionskosten in der Landwirtschaft, wobei die Bauern als Verbraucher des gelieferten Inputs der Agrarindustrie behandelt wurden. Als in 1949 weniger als 15% für Inputs ausgegeben wurde, stieg diese Zahl auf 23,5% in 1965 und auf knapp 40% in 1980[5].

Die Kosten der Umwandlung der Technologie lassen sich besser durch die Zahlen des Einkaufes von Traktoren, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln belegen, nach Angaben von Luis Fernando Amstalden: „Im Jahr 1960 gab es in Brasilien 61.228 Traktoren, was einen Traktor für je 54 landwirtschaftliche Betriebe bedeutet. In 1970 gab es 165.870 Traktoren und im Jahr 1980 hatte Brasilien 526.906 Traktoren, einen für je 30 Betriebe. In 20 Jahren stieg der Einkauf von Traktoren auf das Achtfache. Düngemittel wurden in 18 Jahren zehn mal mehr verbraucht: 305.000 Tonnen in 1960; 999.000 Tonnen in 1970 und 3.100.000 in 1978. Was Pflanzenschutzmittel betrifft, verdreifachten sich die Zahlen zwischen 1965 und 1978: 22.400 Tonnen in 1965, 39.500 Tonnen in 1970 und 75.200 Tonnen in 1978[6]“. 

Auch für das Land und seinen Haushalt sind die Ausgaben für Inputs, die am meisten vom Ausland eingekauft wurden, sehr bedeutend. Allein im Jahr 1979 hat Brasilien 1,4 Milliarden Dollar für den Einkauf von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln  bezahlt, was 50% der Auslandschulden des Landes in diesem Jahr entsprach. Dabei wurde aber noch nicht der Anteil von Geld berücksichtigt, das die Filialen der multinationalen Konzerne, die in Brasilien diese Produkte herstellen, ins Ausland schickten. Wenn man zu den 1,4 Milliarden die Kosten von Brennstoff zählt, der auch eingekauft wurde, kommt man auf 1,6 Milliarden Dollar, die in einem Jahr zum Import für die Landwirtschaft zählen.  Die Ergebnisse dieser Periode sind überraschend: Während zwischen 1964 und 1979 der Verbrauch von chemischen Düngemitteln auf 1.243,2%, von Pflanzenschutzmittel 421,2% und Traktoren 389,1% anstieg, hat die Produktivität der 15 bedeutendsten kultivierten Pflanzen nur um 4,9% zugenommen[7].

2. Die Steigerung der Produktionskosten in den landwirtschaftlichen Familienbetrieben durch die Einführung  „moderner“ Technologien ist eine Erklärung für die Verschuldung und Verarmung der Bauern und die zunehmende Landflucht in der Region.

Um die „Modernisierung“ der Landwirtschaft durch die Monokultur der Soja einzuführen, wurden den Bauern ab den 60er Jahren subventionierte Kredite zur Verfügung gestellt, damit sie Maschinen, Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel kaufen und einsetzen konnten. Im Jahr 1965 wurde das Sistema Nacional de Crédito Rural (Nationale Landwirtschaftliche Kredit System) institutionalisiert, was der Agrarindustrie, besonders zwischen 1970 und 1980, einen Schwung gab.

Die Bauern hatten durch das Kreditsystem nicht nur die Gelegenheit, ihre Produktion zu finanzieren, sondern sie bekamen Subventionen direkt von der Regierung, die den Einkauf von Inputs verringerte und die von der Agrarindustrie empfohlenen Investitionen ermöglichen. Die Leichtigkeit des Zugangs zu Kredit, wie Tambara (1982) es erklärt[8], verursachte nicht nur einen großen Einkauf bzw. Inputs, sondern auch die Verschwendung dieser Betriebsmittel, sowohl durch überflüssigen Einkauf und verschwenderischen Gebrauch als auch durch Verlust durch Erosion und Auslaugung des Bodens. Die Kredite, die als Einführung der Bauern in die „Modernisierung der Landwirtschaft“ galten, hören Anfang der achtziger Jahre auf und als die Schulden zu zahlen waren, fing ein Prozess der Verschuldung der Landwirtschaft an.

Die versprochene Produktivität der Soja, die am Anfang des Prozesses sehr stieg, stagnierte ab den 80er Jahren und in vielen Fällen sank sie auf Grund der Zerstörung der Ressourcen. In 1980 war die Produktivität der Sojaproduktion im Bundesland Rio Grande do Sul sogar niedriger als in 1955, wo die „Modernisierung der Landwirtschaft“ begann[9], trotz des hohen Einsatzes von Düngemitteln, die einen großen Anteil an den Produktionskosten haben. Nach Rinkling hat der Einsatz von Düngemitteln in der Sojaproduktion sich vierfacht, ohne dass es zu einer entsprechenden Steigerung der Produktivität führte. Während in 1970 eine Tonne Düngemittel für eine Produktion von 48 Tonnen Soja reichte, wurden in 1980 mit einer Tonne 15 Tonnen Soja produziert und in 1992 nur noch 11 Tonnen[10]. 

Auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nahm zu. Kageyama und Silva beweisen, dass zwischen 1970 und 1980 der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 7,2% pro Jahr stieg[11]. Paradoxerweise nahmen die Schädlinge aber auch jährlich zu. Nach Amstalden wurden im Jahr 1958 193 Schädlinge bekannt, 1963 waren es 243 und 1976 593, die offiziell registriert wurden. Die zunehmende Resistenz der Schädlinge,  die Vernichtung von Nützlingen und die Zerstörung der Bodenvielfalt werden  für die Zunahme des Gebrauchs von Pflanzenschutzmitteln in Brasilien verantwortlich gemacht[12].   Im Vergleich zu USA und EU gab es in Brasilien einen sehr hohen Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln. In den USA werden im Durchschnitt jährlich 84 kg Düngemittel pro Hektar gebraucht, in der EU 228 Kilo und in Brasilien 600 Kilo. Was Pflanzenschutzmittel betrifft, haben die USA einen jährlichen Verbrauch von 1,8 Liter pro Hektar, die Länder der Europäischen Union 2,0 Liter und Brasilien 3,6 Liter[13].

Als dazu der Preis der Produktion sank und die Kosten der Inputs zunahmen, wie beispielsweise Smith (1992) in einer Studie zeigt[14], wurde das Einkommen der Bauern allmählich geringer, was zur Verarmung und folglich zur Verschuldung der Bauern führte, weil ihre Investitionsfähigkeit reduziert und sie deshalb immer mehr von den auf hohen Zinsen basierenden Krediten abhängig wurden. Mit der Verbreitung des Freihandels und dem Abkommen von Subventionen wurde die Situation der Bauern noch schlimmer und die Reduzierung der Betriebskosten spielt eine wichtige Rolle, damit landwirtschaftliche Familienbetriebe mit niedrigen Preisen ihr Produktion, die in einem weltweiten Markt bestimmt werden, bestehen können.

Auch klimatische Bedingungen wie z. B. Dürren verschärfen die Situation und beweisen, dass die Monokultur nicht nur mehr Risiko für die Bauern bedeutet, sondern auch eine zunehmende Unbrauchbarkeit ihrer Aktivität zur Folge hat. Viele Bauern, die nicht mehr bestehen konnten und gezwungen wurden, ihr Land den Banken zur Zahlung ihrer Schulden zu überschreiben, suchten Arbeitsplätze in den Städten, als Hoffnung für den Aufbau einer neuen Lebensperspektive. Nach Angaben des IBGE haben 13.497 Menschen in dieser Region zwischen 1996 und 2000 der Landwirtschaft den Rücken gekehrt[15].

3. Viele Soja produzierende Familienbetriebe, die trotz der Schwierigkeiten  noch mit der Sojaproduktion in der Region weiter bestehen,  wurden nicht im gemeinsamen Projekt der multinationalen Konzerne integriert und fanden Alternativen zur Einsparung der Produktionskosten.

In der Region beschäftigen sich noch 87.367 Menschen, 38,14% der regionalen Bevölkerung, mit der Landwirtschaft[16]. Die Sojaproduktion umfaßt 10% der gesamten Sojaproduktion des Bundesstaates Rio Grande do Sul und ist immer noch die wichtigste Aktivität der meisten Bauern. Obwohl die subventionierten Kredite seit den 80er Jahren abgeschafft wurden und die Preise der Soja sanken, wurde es möglich, dass ein großer Teil der landwirtschaftlichen Familienbetriebe trotz vieler Probleme noch bestehen konnte. Obwohl es in den letzten Jahren viele Versuche zur Einführung anderer landwirtschaftlicher Produkte wie z. B. Milch und Obst gab, zählt die Sojaproduktion noch zur gewinnbringenden landwirtschaftlichen Aktivität in der Region und eine abrupte Verwandlung ihrer produktiven Struktur scheint nicht durchführbar.

Auch läßt sich nachweisen, dass die landwirtschaftlichen Familienbetriebe im Vergleich zu den Großlandbesitzern viel weniger Zugang zu subventionierten Krediten hatten. Guedes Pinto (1978) zeigt[17], dass Großlandbesitzer 53% der Kredite bekamen, während kleine Bauern nur 11% davon erhielten.  Das kann auch ein Beweis dafür sein, dass die kleinen Bauern nur marginal in die „Modernisierung“ der Landwirtschaft integriert wurden und deshalb nicht die gemeinsamen Technologieempfehlungen annahmen.

Im Mittelpunkt der „Grünen Revolution“ bzw. der Agrarindustrie stehen eigentlich die Mittel- und Großlandbesitzer, die investitionsfähiger waren als die kleinen Bauern. Auch die Agrarberatung  zieht die Großlandbesitzer vor, was Martine und Garcia (1987) als „Marginalisierung“ der kleinen Bauern bezeichnen: „Die Agrarberatung konzentrierte sich auf Produkte und Flächen die am schnellsten auf den Einsatz von Technologien reagierten. Dadurch wurde wieder die Mehrheit der Bauern, die ein niedrigeres Einkommen hatte, ins Abseits gedrängt“[18].    

Das führte dazu, dass die kleinen Bauern viel weniger Pflanzenschutzmittel als die großen einkauften. In 1980, noch auf dem Höhepunkt der „Modernisierung der brasilianischen Landwirtschaft“ gibt es ein gutes Beispiel dafür: Während 90% der Betriebe mit einer Größe von 1.000 bis 10.000 Hektar Pflanzenschutzmittel verbrauchten, setzten 74%  der Betriebe von 10 bis 100 Hektar und nur 45% der Betriebe von 1 bis 10 Hektar diese Technologie ein[19]. Besonders in der Sojaproduktion, die durch die „Modernisierung“ eingeführt wurde, ist der Vergleich von Einsatz der „modernen“ Technologie zwischen kleinen und großen Bauern im Jahr 1980 auch aufschlußreich:

Größe der Betriebe

Einsatz von Düngemitteln,

Pflanzenschutzmitteln und Bewässerung

0-10 Hektar

22,0%

0-99 Hektar

69,2%

100-999 Hektar

96,2%

1.000-9.999 Hektar

99,4%

1.000 und mehr Hektar

100,0%

Fonte: MARTINE/GARCIA: 1987, p. 86.

Traditionelle landwirtschaftliche Methoden sind heute noch zu finden, parallel zu den „modernen“ Technologien. Die Verbindung zwischen traditionellen und „modernen“ Technologien, die aufgrund des Mangels an Investitionsfähigkeit von den Bauern entwickelt wurden, kann eine Erklärung sein, weshalb die Produktionskosten in der Familienlandwirtschaft verringert wurden und die Betriebe bestehen konnten.  Dass die Familienlandwirtschaft effizienter ist als die großen landwirtschaftlichen Betriebe, wurde in Brasilien schon seit längerer Zeit festgestellt. Martine und Garcia haben versucht, eine Erklärung dafür zu entwickeln: „Der kleine Bauer ist genau der, der alle verfügbaren Produktionsfaktoren am intensivsten gebraucht, inklusive Arbeitskraft (...) Zwei Drittel bis drei Viertel der Grundflächen werden genutzt, während die großen Landwirte - mit mehr als 100 Hektar - nur 2 bis 5% ihrer Flächen bewirtschaften. Die Intensität der Grundnutzung hat Auswirkungen auf die Produktivität, wobei die kleinen Bauern sich wirtschaftlich als viel effizienter erwiesen“[20].  

4. Die Agrarökologie könnte eine Alternative zur Verringerung der Produktionskosten, Bewahrung der natürlichen Ressourcen und Aufwertung der Bauernarbeit in landwirtschaftlichen Familienbetrieben.

Das Ziel der Agrarökologie ist, nach Gliessmann (2001), die Entwicklung einer Landwirtschaft, die gleichzeitig umweltfreundlich, produktiv und lohnend sein soll[21]. Durch interdisziplinäre Forschungen, in direkter Interaktion mit den lokalen und empirischen Kenntnissen der Bauern, sollen Methoden entwickelt und eingesetzt werden, die die Abhängigkeit von externen Inputs und deren Auswirkungen auf die Umwelt verringern, so dass die Bauern und ihre Gemeinden nachhaltig bestehen können.

Die Anwendung organischer Düngemittel und das Anlegen von geplanten Mischkulturen sind Beispiele für landwirtschaftliche Aktivitäten, die auf der Steigerung organischer Stoffe und anschließenden Wiederverwertung von Nährstoffen, der Beseitigung von Chemikalien und biologischer Bekämpfung von Pflanzenkrankeiten und Schädlingen basieren. Untersuchungen von Altieri[22] (2001), die konventionelle Technologien mit ökologischen Anbaumethoden vergleichen, zeigen, dass durch den Verzicht auf externe Inputs wie Pflanzenschutzmittel und Düngemittel, die Produktionskosten im ökologischen Landbau um 22,4% geringer sind als in der konventionellen Landwirtschaft.

Auch in Brasilien gab es Situationen, die beweisen, dass  den Versicht auf konventionellen Technologien zur einer rentableren Produktion führte, wie Francisco Oliveira am Beispiel der Maisproduktion in Itapeva, São Paulo, beschreibt: „Es scheint ein Paradox zu sein, dass die ‚primitive‘ Landwirtschaft mit einer ‚modernen‘ Landwirtschaft, die Düngemittel, Pestizide, besondere Pflanzenmethode und insbesondere Mechanisierung einsetzt, konkurrieren könnte. Man zweifelte theoretisch daran, dass die Betriebskosten der ‚primitiven‘ niedriger und wettbewerbsfähiger sein könnten als die ‚modernen‘. Trotzdem hat die Maisproduktion in Itapeva, São Paulo, (schon) in 1964 gezeigt, dass sie wirtschaftlich rentabler für die Bauern ist, die mit Zugtieren und wenig Düngemitteln arbeiten als bei denen, die Maschinen und viel Düngemittel verbrauchen.  Während die ‚primitive‘ in 1-4 und 5-8 Scheffeln durchgeführt wurde, wurde die ‚moderne‘ in Flächen von 40-80 Scheffeln bewirtschaftet. Die Ergebnisse: Das Nettoeinkommen in der ‚primitiven‘ Maisproduktion lag bei Cr$ 89.742[23] pro Scheffel und in der ‚modernen‘ bei Cr$ 79.654[24] pro Scheffel,  obwohl die Produktivität der ‚modernen‘ fast 60% höher war“[25].

Die Auswirkungen der ökologischen Technologien auf die Umwelt  wurden auch als nachhaltiger im ökologischen Landbau bezeichnet, in dem ein geringerer Verlust an Boden und Wasser, eine verbesserte Struktur, Gleichgewicht der Nährstoffe und Aktivität von Mikroorganismen im Boden festgestellt wurden, was in der Landwirtschaft auch eine wirtschaftliche Rolle im Hinblick auf die Verbindung zwischen Produktivität und Bewahrung der Qualität der natürlichen Ressourcen spielt.

Der ökologische Anbau ist in der Übergangsperiode erheblich arbeitsintensiver als die konventionelle Landwirtschaft, was bei jedem Anbau unterschiedlich sein kann. In der ökologischen Landbewirtschaftung kann die Bauernarbeitskraft ihr Auskommen finden, wenn die Bauern sich den für die externen Inputs bestimmten Anteil der Produktionskosten für die Entlohnung ihrer Arbeit zu Nutze machen. In der kapitalistischen Wirtschaft, so wie Marx sie beschrieben hat, wo das Einsetzen von arbeitssparenden Produktionsinstrumenten tendenziell zunimmt und der angelegte Teil der Arbeit sinkt, kann die vorher genannte Perspektive eine Widerstandssituation bedeuten, in der variables Kapital und Wissen statt konstantem Kapital eingesetzt wird.

Das kann auch ein essentieller Unterschied der Familienlandwirtschaft gegenüber den Lohnarbeitsbetrieben oder modernen kapitalistischen Agrarbetrieben sein, der als Erklärung für die Anpassung der Großlandbesitzer an die „Modernisierung“ der Landwirtschaft und die Resistenz kleiner Bauern gegenüber den „modernen“ Technologien innerhalb der Sojaproduktion in Brasilien dienen kann: für die einen ersetzen die konventionellen Technologien die Arbeitskosten von Angestellten; für die anderen bedeuten sie die eigene Freisetzung.

   

 

 

 

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versão em português

[1] IBGE Censo Agropecuário RS 1995/1996.

[2] Allein in Santa Rosa leben 30,92% der regionalen Bevölkerung. IBGE, Censo 2000.

[3] IBGE. Censo Agropecuário RS 1995/1996.

[4] KAGEYAMA; Ângela. SILVA, José Graziano da. A dinâmica da agricultura brasileira: do complexo rural aos complexos agroindustriais. Campinas, SP, UNICAMP. 1988, S. 34.

[5] KAGEYAMA; Ângela. SILVA, José Graziano da. A dinâmica da agricultura brasileira: do complexo rural aos complexos agroindustriais. Campinas, SP, UNICAMP. 1988, S. 30.

[6] AMSTALDEN, Luis Fernando F. Os custos sócio-ambientais da modernização agrícola brasileira. Campinas, UNICAMP, 1991, S. 11.

[7] AMSTALDEN, Luis Fernando F. Os custos sócio-ambientais da modernização agrícola brasileira. Campinas, UNICAMP, 1991, S. 17.

[8] Tambara, Elmar. RS: modernização e crise na agricultura. Mercado Aberto, Porto Alegre, 1985, S. 84.

[9] Tambara, Elmar. RS: modernização e crise na agricultura. Mercado Aberto, Porto Alegre, 1985, S. 39.

[10] ZAMBERLAN, Jurandir. FRONCHETI, Alceu. Agricultura alternativa: um enfretamento à agricultura química. Passo Fundo: Ed. Pe. Berthier, 1994,  S. 78.

[11] KAGEYAMA, Ângela A. SILVA, José Graziano da.  Os resultados da modernização agrícola dos anos 70. Revista Estudos econômicos. Campinas, UNICAMP, set/dez 1983, S. 542.

[12] AMSTALDEN, Luis Fernando F. Os custos sócio-ambientais da modernização agrícola brasileira. Campinas, UNICAMP, 1991, S. 29.

[13] ZAMBERLAN, Jurandir. FRONCHETI, Alceu. Agricultura alternativa: um enfretamento à agricultura química. Passo Fundo: Ed. Pe. Berthier, 1994, S. 43.

[14]  Smith, S. Farming-It’s declining in the U. S. Choices, v. 7, 1992, S. 8-10.

[15] IBGE. Censo 2000.

[16] IBGE. Censo 2000.

[17] Guedes Pinto, Luiz Carlos. Notas sobre a política agrícola brasileira. São Paulo, 3.ª Reunião SBPC, 1978.

[18] MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho. O modelo, os instrumentos e as transformações na estrutura de produção agrícola.In: MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho (org.) Os impactos sociais da modernização agrícola. CAETES, São Paulo, 1987, S. 27.

[19] MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho. O modelo, os instrumentos e as transformações na estrutura de produção agrícola.In: MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho (org.) Os impactos sociais da modernização agrícola. CAETES, São Paulo, 1987, S. 30).

[20] MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho. O modelo, os instrumentos e as transformações na estrutura de produção agrícola.In: MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho (org.) Os impactos sociais da modernização agrícola. CAETES, São Paulo, 1987, S. 61.

[21] Gliessmann, Stephen. Agroecologia: processos agroecológicos em agricultura sustentável. POA, UFRGS,2001, S. 54. 

[22] Altieri, Miguel. Agroecologia: a dinâmica produtiva da agricultura sustentável. Porto Alegre, UFRGS, 2001, S. 69, 72, 73.

[23] In Cruzeiros von 1964.

[24] In Cruzeiros von 1964.

[25] OLIVEIRA, Francisco de. A economia brasileira: crítica à razão dualista. Vozes, 1987, S. 22.

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